Projekt Beschreibung

2012 – Heinrich-Freese-Seminar (Soest)

Das Heinrich-Freese-Seminar 2012 findet am Samstag, 2. Juni 2012 am Studieninstitut Soest unter dem Motto „Auf den Spuren des Rechts“ statt. Am Vorabend ist eine einführende Abendveranstaltung geplant, der Ausklang am 3. Juni vormittags im Bontempi.
<b>Mit dem Humboldtschen Ideal in alte Grünsandsteinmauern – eine Einladung nach Soest</b>
Denken und Wissen sollten immer gleichen Schritt halten. Das Wissen bleibt sonst tot und unfruchtbar. (Wilhelm von Humboldt)
Soest ist eine alte Hansestadt mit einer kleinen Hochschulgeschichte, ein trefflicher Ort für einen wissenschaftlichen Diskurs. Rainer Maria Rilke hat in seinem Werk Worpswede im Zusammenhang mit der Würdigung Otto Modersohns, der in Soest geboren wurde, die Bärdestadt wie folgt beschrieben: „Soest war einmal eine große Stadt. Und wenn man da aufwächst, so denkt man immerfort an die Vergangenheit. Wie alles wohl war, denkt man, und man wird nicht müde zu suchen, was etwa aus diesen Tagen des Glanzes und der Größe noch könnte geblieben sein. Und da finden sich vor allem zwei Dinge: die Kirchen und die Gärten.“ Schauen wir einmal, ob wir von diesen Eindrücken noch etwas spüren…
Unser Heinrich-Freese-Seminar hat inzwischen Tradition: „Forschende Lehre“, getragen von einer Gruppe engagierter Dozenten und Praktiker. Diesen Weg möchten wir gemeinsam in Soest fortsetzen. Dabei denke ich wiederum an Wilhelm von Humboldt, der einmal sagte: „Denn im Grunde genommen sind es doch die Verbindungen mit Menschen, welche dem Leben seinen Wert geben.“ Ob Humboldt dabei an Hochschullehrer dachte, muss allerdings bezweifelt werden. Seine Eindrücke von diesen Menschen waren weniger gut. Im Mai 1810 schrieb er an seine Frau Caroline: „Mit wie vielen Schwierigkeiten ich bei dem allen zu kämpfen habe, wie die Gelehrten – die unbändigste und am schwersten zu befriedigende Menschenklasse – mit ihren sich ewig durchkreuzenden Interessen, ihrer Eifersucht, ihrem Neid, ihrer Lust zu regieren, ihren einseitigen Ansichten, wo jeder meint, dass nur sein Fach Unterstützung und Beförderung verdiene, mich umlagern, wie dann noch jetzt Unannehmlichkeiten und Zänkereien mit andern Kollegien und Menschen hinzukommen, davon hast Du, teures Kind, keinen Begriff.“ Wir nehmen uns den Klagebrief Humboldts zu Herzen und halten die Fahne Heinrich Freeses hoch, der bekanntlich für Partizipation, Toleranz und Ausgleich steht. Wir freuen uns auf einen erfrischenden Diskurs in der Hansestadt Soest.
Holger Senne, Soest, im März 2012

Das vorläufige Programm steht ab jetzt zur Verfügung.

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