Projekt Beschreibung

2011 – Heinrich-Freese-Seminar (Düsseldorf)

Donnerstag, 19. bis Samstag, 21. Mai 2011 im City-Hostel Düsseldorf

Heinrich Böll hat einmal ausgeführt:

„Ein Bereich der Ästhetik,
den wir noch nicht entdeckt haben,
ist die Schönheit des Rechts.
Über die Schönheit der Künste, eines
Menschen, der Natur können wir uns
halbwegs einigen. Aber „Recht und
Gerechtigkeit sind auch schön,
wenn sie vollzogen werden.“

Seit mehr als 2600 Jahren machen sich kluge Menschen darüber Gedanken, was Recht, Gerechtigkeit und richtiges Handeln ausmachen. Eine abschliessende Antwort ist bisher nicht gefunden. Es begann im antiken Griechenland. Bei Heraklit findet sich erstmals der für alle späteren Naturrechtslehren typische Gedanke, dass sich der Natur gewisse allgemeine Normen des Handelns entnehmen lassen. Die Sophisten (5. Jahrhundert v. Chr.), u. a. Protagoras, waren der Auffassung, das Recht beruhe auf mehr oder weniger willkürlicher Satzung oder Übereinkunft und diene bestimmten Zwecken und Interessen. Plato (427 – 347 v. Chr.) anerkannte ein in Ideen gegründetes Naturrecht, das unabhängig von der positiven Gesetzgebung besteht. Aristoteles (384 – 322 v. Chr.) unterschied zwischen Normen, die kein Gesetzgeber hätte anders ordnen können, und solchen, die nur auf positiver Bestimmung beruhen. Epikur (342 – 270 v. Chr.) erkannte eine vertraglich festgelegte Rechtsordnung. Das Ideal der Stoa (ca. 200 v. Chr. – 200 n. Chr.) war ein Weltstaat, die Anerkennung des Naturrechtsbegriffs.

Menschen des Mittelalters (beispielsweise Augustin, 354 – 430) und später in der Neuzeit (beispielsweise John Locke, 1632 – 1704; der Begründer des demokratischen Rechtsstaats) haben diese Geistesarbeit fortgesetzt. Sie hält bis zum heutigen Tag an.

Mit dem Blick auf die anwendungsorientierte Wissenschaft wollen wir diesen Fragen weiter nachgehen, dieses in dem Bewusstsein: Recht und Gerechtigkeit sind schön, wenn sie vollzogen werden!

Holger Senne

Für das Heinrich-Freese-Seminar Düsseldorf haben wir bis jetzt folgende Themengebiete herausgegriffen, die von Studierenden-Teams bearbeitet, während des Seminars vorgestellt und anschliessend reflektiert werden:

  • Wenn Kunden den Preis bestimmen – Modelle der Leistungsbestimmung durch den Schuldner
  • Die Lehren aus dem Fall Emmely – Die Dogmatik der Bagatellkündigungen unter besonderer Berücksichtigung der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts
  • Die Wirkung von HR-Systemen auf das Verhalten der Mitarbeitenden in Organisationen am Beispiel von Compensation- und Performance-Management
  • Zur arbeitsrechtlichen Auswirkung von Compliance-Verstössen des Vorgesetzten gegenüber einem Arbeitnehmer
  • Der Ankauf von CDs mit steuerstrafrechtlich relevanten Information von privaten Personen, legal und/oder legitim?
  • Die christlichen Gewerkschaften und die Zeitarbeit
  • Der „Open Space“ als Mittel zur Demokratisierung der Unternehmen

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Seminarunterlagen